Stellungnahme zum Antrag den Klimanotstand und die damit verbundene Verbietung von Osterfeuern

Im Folgenden nehmen wir Stellung zu den Absichten der Ratspartei Bündnis 90/Die Grünen der Stadt Haltern am See aus Ihrem Antrag vom 04.06.2019 an den Bürgermeister der Stadt, welcher uns vorliegt, den Klimanotstand für die Stadt Haltern am See ausrufen und in diesem Zuge Osterfeuer auf dem Stadtgebiet zum Schutz des Klimas verbieten zu lassen:

KLJB Lippramsdorf n.e.V.

Unser Klima verschlechtert sich von Jahr zu Jahr und das ist weltweit zu spüren; hier in Haltern am See z.B. durch immer höhere Sommertemperaturen, wie wir Sie noch vor einigen Wochen in der Stadt hatten. Deshalb sind wir als KLJB Lippramsdorf der Meinung, dass man mehr auf Umwelt und Klimaschutz achten sollte. Doch einige Bestrehbungen die öffentlich zu Diskussion stehen, können und wollen wir nicht unterstützen. Hierzu zählt u.a. der Antrag Osterfeuer auf dem Halterner Stadtgebiet zu verbieten.

Wir als KLJB Lippramsdorf sprechen uns deutlich gegen ein solches Verbot aus, da unserer Meinung nach mit einem solchen Verbot der Rotstift an der falschen Stelle angesetzt wird. Sollten Osterfeuer verboten werden, würde das eine große Einschränkung der Brauchtumspfl ege und Gemeinschaft sförderung darstellen.

Osterfeuer gehören zum Brauchtum in Westfalen, denn sie werden vielerorts im Zusammenhang mit der Liturgie der Kirche oder anderen Bräuchen entfacht. Der Brauch des Osterfeuers ist seit 1559 off iziell belegt, hat aber seine Wurzeln vermutlich schon viel früher in der vorchristlichen Tradition. Dabei steht das Osterfeuer symbolisch wohl für die Sonne als Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Im Frühjahr wurde mit diesen Frühlingsfeuern die Sonne (als Sieger über den langen Winter) begrüßt. Außerdem galten sie als Kult zur Sicherung der Fruchtbarkeit, des Wachstums sowie der Ernte. In Frankenreich (um 750) wurde die Bedeutung der Frühlingsfeuer auf Gott bzw. Jesus Christus als Licht der Welt übertragen. Seit dem 11. Jahrhundert sind die Osterfeuer auch in Deutschland nachgewiesen.

In der Feier der Osternacht wird das Feuer am Beginn der Liturgie vor der Kirche entfacht, geweiht und anschließend an diesem die Osterkerze entzündet. Diese wird dann in feierlicher Prozession unter dem dreimaligen Ruf des »Lumen Christi« (»Licht Christi«) in die noch dunkle Kirche getragen. Häufi g ist dieses Osterfeuer, welches vor der Liturgie entzündet wird ein kleiner Vorreiter des bekannten Osterfeuers. Das große auf dem Feld in mühevoller Arbeit aufgeschüttete Osterfeuer wird bei uns meistens am Ostersonntag bzw. Ostermontag entzündet. Vielerorts geschieht dieses mit dem Licht der Osterkerze aus der örtlichen Pfarrkirche.

Doch nicht nur der Glauben steckt hinter dem Osterfeuer. Viele verbinden mit dem Osterfeuer auch Gemeinschaft und das nicht nur durch das gemütliche Beisammensein während es nieder brennt. Gerade in den Wochen vor dem Osterfeuer fängt die Stärkung der Gemeinschaft schon am. Gemeinsam sammeln die Gruppen, die sich häufi g im jugendlichen Alterssegment befi nden, das von den Bürgen über das Jahr gesammelte Holz ein um dieses auf einem großen Haufen aufzuschichten.

Hierbei gibt es natürlich auch Dinge die man beachten muss. So werden bei Osterfeuern Baumstämme und Hölzer aufgeschichtet, die frei von Schadstoff en, wie Farbe, Metall oder Plastik sind. Auch wird auf die Tierwelt geachtet. So wird das Holz händisch und nicht mit der Schaufel aufgeladen und eingenistete Tiere nicht zu verletzen. Auch nach der Aufschichtung des Holzes wird auf das Tierwohl geachtet. Da ein Holzhaufen vor dem Entzünden bereits einige Tage liegt, besteht die Möglichkeit, dass sich auch hier Tiere eingenistet haben. Für diesen Fall gibt es bereits das vorgeschriebene Umschichten der Holzhaufen. Häufi g wird dieses sogar mehrfach an verschiedenen Tagen vor dem Entzünden durchgeführt um eine Verletzung von Tieren auszuschließen.

Traditionell werden Osterfeuer neben Privatpersonen auch von Vereinen, wie der KLJB organisiert. Für diese Vereine sind solche Veranstaltungen nicht nur aus der religiösen Sicht wichtig. Durch die Einnahmen solcher Veranstaltungen werden auch häufi g weitere Angebote z.B. für Jugendliche, aber auch Spendengelder fi nanziert. In Lippramsdorf z.B. wird der Erlös des Osterfeuers aufgeteilt und fl iest zum Einen in die Arbeit der Katholischen Landjugendbewegung Lippramsdorf (kurz: KLJB Lippramsdorf), sowie der Off enen-Jugendarbeit Lippramsdorf (kurz OJA Lippramdorf), zum anderen Teil fl ießt das Geld in den Topf der jährlichen KLJB-Spende für wohltätige Zwecke vorort. Ein Verbot von Osterfeuern im Stadtgebiet erspart damit zwar einen ganz geringen Teil an Feinstaub, aber würde ein großes Loch in die gemeinschaft liche Arbeit und wohltätige Unterstützung reißen.

Und aus diesen Gründen sprechen wir uns gegen ein Verbot von Osterfeuern im Stadtgebiet aus.

Für die KLJB Lippramsdorf
Dirk Buddenbrock